Die core-Variante des SliTaz-ISO-Abbildes benötigt mindestens 160 MB Arbeitsspeicher (128 MB in SliTaz 1.0). Da viele grafische Anwendungen mit derart wenig Arbeitsspeicher nicht laufen werden, wird für solche Rechner der Einsatz im Textmodus empfohlen, der über die Ladeoption screen=text ausgewählt werden kann.
Die Pakete slitaz-loram, slitaz-loram-http oder slitaz-loram-cdrom können dazu verwendet werden, ein ISO-Abbild für Rechner mit bzw. mehr als 64 MB, 32 MB oder 24 MB zu erzeugen. Diese Paket können direkt auf dem System installiert werden, wo das ISO-Abbild erzeugt wird, statt sie in den Paketlisten anzugeben, die für die Erzeugung des ISO-Abbildes verwendet werden.
slitaz-loram komprimiert das Verzeichnis /usr und das System läuft im Arbeitsspeicher. Es wird kein Datenträger benutzt, wenn das System geladen ist.slitaz-loram-http holt sich das Verzeichnis /usr von einem ISO-Abbild, welches auf http://mirror.slitaz.org/ gespeichert ist und aus slitaz-loram-cdrom erzeugt wurde.slitaz-loram-cdrom verschiebt das Verzeichnis /usr auf den optischen Datenträger
Das Verzeichnis /usr ist schreibgeschützt. Wenn das Paket funionfs oder aufs installiert ist, ist auch Schreibzugriff auf das Verzeichnis /usr möglich.
Diese Pakete modifizieren die Datei /etc/init.d/rcS um das Verzeichnis /usr einzuhängen und installieren zwei Kommandoprozeduren in /etc/tazlito:
loram.rootfs, welches von tazlito gen-distro aufgerufen wird, um das Verzeichnis /usr zu packen oder zu verschieben.loram.extract, welches von slitaz-installer aufgerufen wird, um das Verzeichnis /usr zu entpacken oder zu verschieben und die selbe Distribution wie die core-Variante von SliTaz zu installieren.
Im folgenden soll ein ISO-Abbild aus slitaz-loram-cdrom erzeugt werden.
Dazu laden wir SliTaz von einem optischen Direktstart-Datenträger und installieren das Paket slitaz-loram-cdrom:
# tazpkg get-install slitaz-loram-cdrom
Da tazlito gen-distro ein ISO-Abbild erzeugt, welches die Pakete aus /etc/tazlito/distro-packages.list oder ./distro-packages.list enthält, löschen wir zunächst die Paketlisten, um alle installierten Pakete zu übernehmen.
# rm -f /etc/tazlito/distro-packages.list ./distro-packages.list
Nun können wir das ISO-Abbild erzeugen:
# tazlito gen-distro
und es auf einen optischen Datenträger schreiben:
# wodim dev=1,0,0 /home/slitaz/distro/slitaz-hacked.iso
slitaz-loram komprimiert /usr standardmäßig mit cromfs, wodurch eine starke Komprimierung erreicht wir, was aber sehr lange dauert. Stattdessen kann squashfs verwendet werden:
cromfs bei der Installation von slitaz-loram # yes n | tazpkg get-install slitaz-loram
squashfs mit allen benötigten Paketen# yes y | tazpkg get-install squashfs
slitaz-loram-cdrom verschiebt das Verzeichnis /usr unkomprimiert in das ISO-Abbild von 90 MB. Ist cromfs oder squashfs installiert, wird das Verzeichnis /usr komprimiert und das ISO-Abbild wird etwa 30 MB groß.
Installieren Sie die Pakete slitaz-loram-cdrom und squashfs:
# tazpkg get-install slitaz-loram-cdrom # yes y | tazpkg get-install squashfs
Jetzt wiederholen Sie die letzten Punkte des obigen Verfahrens:
# rm -f /etc/tazlito/distro-packages.list ./distro-packages.list # tazlito gen-distro # wodim dev=1,0,0 /home/slitaz/distro/slitaz-hacked.iso
Wenn SliTaz beim Laden von einem optischen Direktstart-Datenträger mit slitaz-loram-cdrom genug Arbeitsspeicher findet, wird das Verzeichnis /usr von dem Datenträgerr in den Arbeitsspeicher kopiert. Das optische Laufwerk kann dann anderweitig verwendet werden. Das System verhält sich in den folgenden Fällen wie ein normales Direkstartsystem:
Das Kommando zum Systemladen lautet normalerweise:
boot: slitaz args...
Auf einem Rechner mit 9 MB Arbeitsspeicher kann Slitaz mit dem Kommando
boot: loram single root=/dev/hdc
geladen werden, wobei /dev/hdc das optische Laufwerk bezeichnet und die Angabe von loram das Anlegen einer “Platte” im Arbeitsspeicher und die Suche nach einem optischen Laufwerk verhindert.
Um ein System mit
boot: loram root=/dev/hdc
laden zu können, werden mindestens 10 MB Arbeitsspeicher benötigt.
Dabei können dann auch Parameter wie kmap=, config= usw. angegeben werden.
Jede slitaz-loram*-Variante kann mit der Lade-Option extract-loram vollständig in den Arbeitsspeicher geladen werden, wenn der Arbeitsspeicher groß genug ist. Es gibt dann keinen Schreibschutz für das Verzeichnis /usr.
Wird beispielsweise von einem ISO-Abbild mit slitaz-loram-cdrom und squashfs mit
boot: slitaz extract-loram
geladen, so ist
Seit SliTaz 3.0 ist es einfach, aus slitaz-loram ein ISO-Abbild zu erzeugen:
tazlitobox
Auch das Wurzeldateisystem (/) wird komprimiert, nicht nur /usr, und vermöge des Paketes aufs auch zum Schreiben eingehängt.
Die Ausgaben der Kommandos mount und df sehen seltsam aus, so dass man leicht erkennen kann, dass eine derartige loram-Variante läuft.
Alternativ können auch folgende Kommandos eingegeben werden:
# tazlito build-loram original.iso loram.iso
oder:
# tazlito build-loram original.iso loram-cdrom.iso cdrom
Meta-Varianten werden unterstützt; sogar ein slitaz-3in1-ISO-Abbild kann speicherminimiert werden!
Probieren Sie das winzige SliTaz : http://pizza.slitaz.org/tiny/ !
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