SliTaz GNU/Linux official and community documentation wiki.
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Anleitungen für SliTaz-Einsteiger

Einleitung

SliTaz ist ein Betriebssystem, das in mehreren (auch älteren) Versionen in verschiedenen Varianten verfügbar ist. Die älteren Versionen bleiben verfügbar, weil manche alten Rechner immer noch mit solcher alten Software gut oder besser arbeiten. Unter den Varianten der aktuellen Version befinden sich welche, die extrem klein sind, weil sie hauptsächlich textorientiert sind (gerade genug zum Laden und ausreichend ausgestattet, um im Textmodus arbeiten zu können), genauso wie solche, die direkt im Grafikmodus starten. SliTaz bietet stets sowohl eine stabile Version des Betriebssystems als auch eine Entwicklungsversion an, wobei letztere neuere Pakete zum Ausprobieren enthält. Es liegt also in der Entscheidung des Benutzers, ob er im Grafikmodus arbeiten möchte oder nicht, in einer stabilen Umgebung oder mit einem Entwicklungssystem.

SliTaz ist frei

Was kann man mit SliTaz anfangen? SliTaz wird direkt auf http://www.slitaz.org völlig kostenfrei zur Verfügung gestellt. Es können aber auch (möglicherweise nicht-freie) Produkte von Drittanbietern über das SliTaz-Paketdepot installiert werden (der Paketname heisst dann get-productname). Bei der Installation dieser Produkte sind die Bedingungen des jeweiligen Anbieters zu beachten! Slitaz wird so wie es ist zur Verfügung gestellt und seine Verwendung erfolgt ausschliesslich in der Verantwortung des Benutzers. Verhalten Sie sich fair gegenüber den Urhebern, wenn Sie etwas an SliTaz ändern oder es zu einem nicht vorgesehenen Zweck einsetzen.

SliTaz beschaffen

Am einfachsten transferieren Sie ein ISO-Abbild über das Internet. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, SliTaz aus den Quellprogrammen selbst zu erzeugen. Dies ist auch dokumentiert, aber ein vermutlich selbst von Idealisten sehr selten gewählter Weg.

Es gibt drei Möglichkeiten, SliTaz über das Internet zu erhalten:

  1. durch Laden einer „base“-Variante von SliTaz direkt über das Internet mit Hilfe eines extrem kleinen Startprogramms
  2. durch Transfer einer „base“-Variante von SliTaz in einem ersten Schritt, und Aktivieren in einem oder mehr nachfolgenden Schritten
  3. durch Ergänzen der so vorher entstandenen Betriebssystemumgebung mit Paketen, die auch über das Internet transferiert werden können.

Unterstützung

Ausser der Bereitstellung der Software bietet SliTaz umfangreiche Unterstützung an:

  1. http:www.slitaz.org: Informationen und Neuigkeiten aus der SliTaz-Nutzergemeinschaft.
  2. http:doc.slitaz.org: vollständige SliTaz-Linux-Dokumentation; nachdem SliTaz-Linux als ein typisches Linux mit allen Hauptfunktionen ohne große Einschränkungen verwirklicht wurde (Slitaz verwendet die Benutzerkennung „root“, Kennwörter und andere Benutzerkennungen wie viele andere ernsthafte Linux-Versionen), enthält die Dokumentation alles, was für Linux wichtig ist. Sie kann als kurze aber vollständige Linux-Referenz für alle Linux-Anfänger betrachtet werden (ganz besonders hilfreich für diejenigen, die nicht täglich mit SliTaz umgehen). Die SliTaz-Dokumentation enthält auch Anleitungen, die sich eher mit den Besonderheiten von SliTaz und spezifischen Anwendungen befassen.
  3. http:forum.slitaz.org: Diskussionsort für die SliTaz-Nutzergemeinschaft, auch in vielen anderen Sprachen.
  4. http:scn.slitaz.org: SliTaz-Nutzergemeinschaft - Lesen Sie dort mehr darüber. Eine Kopfleiste führt zu den einzelnen Verzweigungen der Gemeinschaft. Beachten Sie auch den „Instant-Chat“-Kanal, wo Sie möglicherweise sofort Unterstützung erhalten!
  5. http:mirror.slitaz.org: SliTaz-Depot - Hier finden Sie eine Vielzahl von ISO-Abbildern, mit denen Sie Ihr Slitaz-Abenteuer beginnen können.

SliTaz einsetzen

Bei Verwendung eines optischen SliTaz-Direktstart-Datenträgers (zum Laden von einem ISO-Abbild oder über das Netzwerk) oder einer SliTaz-Startdiskette (nur zum Laden über das Netzwerk), ist nichts weiter zu tun, als den Datenträger einzulegen, den Rechner einzuschalten und die Bildschirmanweisungen zu befolgen!

Haben Sie vor dem Laden einen USB-Datenträger mit einem Dateisystem im Format ext3 angeschlossen, wird dieser automatisch von SliTaz für die Speicherung der Benutzerdaten (Verzeichnis /home) verwendet!

Nichts leichter als das!

Ist diese Art des Systemladens nicht möglich, bietet SliTaz eine Vielzahl anderer Möglichkeiten zum Laden des Systems!

Der nächste Abschnitt zeigt, wie das vonstatten gehen kann.

SliTaz mit GRUB2 starten!

Master Boot Record (MBR)

In jedem Rechner befindet sich mindestens ein Plattenlaufwerk, das einen MBR enthält, in welchem festgelegt ist, was geladen werden soll wenn der Rechner eingeschaltet wird. In den meisten Rechnern befindet sich dort wahrscheinlich Microsoft-Software, die es meist nur ermöglicht, Microsoft- oder IBM-DOS oder -Windows zu laden (nur wenige Rechner ermöglichen das Laden alternativer Betriebssyteme).

Und mit dieser Microsoft-Software ist es nicht möglich, direkt ein anderes Betriebssystem zu laden!

Es ist aber möglich, diese Software (ein Urlader) durch andere zu ersetzen, und dabei sogar weiterhin das Laden von Microsoft- oder IBM-DOS oder -Windows oder (freien oder nicht) Nachbauten wie freeDOS oder ReactOS oder gar mehr als einem Betriebssystem zu ermöglichen.

GRUB2 ist der aktuelle GNU-Standard-Urlader

SliTaz stellt GRUB2 in seinen Depots bereit. Falls auf Ihrem System noch nicht vorhanden, können Sie ihn mit folgendem Kommando installieren:

# tazpkg get-install grub2

Mit dem Kommando

# grub-install /dev/sda

wird unter anderem ein neuer MBR geschrieben. Mit dem Kommando

# grub-mkconfig -o /boot/grub/grub.cfg

wird eine Konfigurationsdatei für GRUB2 erzeugt.

Diese Installation geschieht im Allgemeinen nach der Installation von SliTaz (oder einer anderen Linux-Distribution).

Warum sprechen wir dann jetzt darüber?

Weil es immer die erste Phase der Systemeinleitung ist, bevor SliTaz selber geladen werden kann! Selbst optische Direktstart-Datenträger oder Disketten beinhalten einen, dann etwas anderen Urlader. Vielleicht haben Sie GRUB2 schon bei einer vorherigen Betriebssysteminstallation (in einer anderen Partition derselben Platte) installiert? In diesem Fall genügt es, die GRUB2-Konfiguration anzupassen! Sie können dann SliTaz direkt (ohne optischen Datenträger oder Diskette) laden! Wenn nicht, reicht es aus SliTaz sonstwie (von optischem Datenträger, Disketten, USB-Datenträger) ein Mal zu laden, die Partitionierung der Platte wenn erforderlich anzupassen, GRUB2 in eine geeignete Partition zu installieren und fortzufahren…

Im nächsten Kapitel ist ersichtlich, wie flexibel GRUB2 ist, und dass keinerlei Betriebssysteminstallation vorangehen muss. In der Tat kann GRUB2 auch ISO-Abbilder und sogenannte „frugale“ Betriebssysteme genauso wie vollständig installierte laden…

Noch besser! Der neue GRUB2 benötigt nicht einmal eine gültige Konfigurationsdatei. GRUB2 beinhaltet einen kleinen Kommandointerpreter, so dass es für jeden, der sich nur ausreichend damit auskennt, möglich wäre, ein System Schritt für Schritt manuell zu starten, wenn er die Parameter kennt, die sein System erfordert (Dies ist vermutlich der sicherste Weg, einen Rechner für Andere, die nicht vollkommene Experten sind, unzugänglich zu machen!).

Die GRUB2-Installation anpassen

Warnung: Es gib 2 Einsatzmöglichkeiten für GRUB2.

Einige Distributionen (z.B. Debian, Ubuntu, usw.) setzen GRUB2 in erweiterter Form ein, und verlangen dafür, dass die Datei /boot/grub/grub.conf nie manuell bearbeitet wird! Falls Sie diese Distributionen weiterhin einsetzen wollen, sollten Sie sich daran halten, und so vorgehen, wie es in der Anleitung dieser Distributionen festgelegt wird, denn diese überschreiben regelmässig, automatisch und ohne Vorwarnung diese Datei! Dann verlieren Sie unter Umständen alle Ihre Einstellungen!

Andere Distributionen machen nur einfachen Gebrauch von GRUB2 und lassen die manuelle Bearbeitung der Datei /boot/grub/grub.conf zu. In diesem Falle können Sie selbst Ihre GRUB2-Konfiguration durch Editieren dieser Datei anpassen!

Typische Inhalte der GRUB2-Konfigurationsdatei für SliTaz

Ich habe drei Slitaz-Versionen auf meiner Platte. Die erste, eine „base“-Variante (voll einsatzfähig, aber nur im Konsolmodus), Version 4.0, mit ca. 7,2 MiB, wird direkt aus dem ISO-Abbild ohne jegliche andere Vorbereitung gestartet:

menuentry "SliTaz, ISO start, on /dev/sda5" {
set root=(hd0,5)
set isofile="/slitaz-4.0-base.iso"
loopback iso $isofile
linux (iso)/boot/bzImage from=$isofile ramdisk_size=6666 home=usb root=/dev/ram0 rw autoexec=startx changes=s512.dat
initrd (iso)/boot/rootfs.gz
}

Die zweite wurde vor dem Gebrauch dahingehend präpariert, dass die im ISO-Abbild aufgeteilte Datei rootfs.gz wieder zusammengefügt wurde, und wird klassisch „frugal“ eingesetzt:

menuentry "SliTaz, frugal, on /dev/sda5" {
set root='(hd0,5)'
linux /slitaz/bzImage pdev1=sda5 psubdir=slitaz
initrd /slitaz/rootfs.gz
}

Die dritte ist eine Vollinstallation:

menuentry "SliTaz, full, ext4, on /dev/sda3" {
 linux (hd0,3)/boot/vmlinuz-3.2-slitaz root=/dev/hda3 ro vga=normal 
}

Hinweis: Auf korrekte Rechtschreibung der Namen und Pfadangaben inklusive enthaltener Gross-Kleinschreibung und Interpunktion achten! Insbesondere „CamelCase“-Namen, die Linuxanwender so toll finden, beispielsweise im Namen bzImage, richtig schreiben!!!

Lehrgang

Es folgt ein Lehrgang für Anfänger.

Lehrgang für die „base“-Variante von SliTaz

„base“-Variante von SliTaz laden

Es stehen vier Möglichkeiten zur Wahl:

  • schreiben Sie das ISO-Abbild auf einen optischen Datenträger als ISO und laden Sie von diesem Datenträger
  • transferieren Sie das ISO-Abbild in das Wurzelverzeichnis einer Partition Ihrer Platte und laden Sie davon mit GRUB2
  • schreiben Sie das ISO-Abbild auf einen optischen Datenträger als ISO oder nehmen Sie einen alten optischen SliTaz-Direktstart-Datenträger. Seit Jahren enthalten diese eine Startoption zum Laden von SliTaz über das Netzwerk. Damit laden Sie SliTaz über das Netzwerk
  • installieren Sie das Startprogramm für Diskette auf einer Diskette und laden Sie damit Slitaz über das Netzwerk

Bei diesem Lehrgang wird nichts auf Platte installiert!

Der optische Direktstart-Datenträger hat einen kleinen Vorteil: Kurz nach Beginn des Ladens können Sie nach einer Eingabeaufforderung Zusatzparameter eingeben und eine Liste der Parameter anzeigen lassen. Dies hat einen grossen Nachteil: für nur lächerliche 7 MiB wird ein umweltbelastender optischer Datenträger verbraucht (vielleicht mit wiederbeschreibbarem Datenträger ausprobieren?)!

Es erscheinen dann zwei kleine Abfragemenüs für Sprache und Tastaturbelegung.

Und schliesslich eine Anmeldeaufforderung.

Benutzeranmeldung

Ja, in SliTaz gibt es eine Anmeldeaufforderung! Aber die SliTaz-Entwickler haben es Ihnen einfach gemacht.

Es gibt zwei Alternativen:

  • Sie melden sich als nichtprivilegierter Benutzer an (sehr empfehlenswert!); es gibt in unserem ISO-Abbild eine Standard-Benutzerkennung tux und dieser braucht kein Kennwort (einfach bei der Abfrage password: enter drücken)
  • Sie melden sich als Systemadministrator mit dem Benutzernamen root an. Sein Stammverzeichnis ist /root. Als Kennwort ist dann root bei der Abfrage password sofort danach einzugeben.

Niemand wird je ernsthaft empfehlen, sich an einem Linux-System als root anzumelden, es ist einfach eine sehr schlechte Angewohnheit!

Erste Schritte

Als das proprietäre Betriebssystem UNIX in Form von Linux nachgebaut wurde, waren grafische Oberflächen noch nicht sehr verbreitet! Dennoch konnte man schon anspruchsvolle Computeraufgaben im Konsolmodus erledigen. Diese großen Fähigkeiten erbte Linux. SliTaz bietet eine ausgereifte und leistungsfähige Umgebung im Konsolmodus an.

Lehrgang für Windows-Umsteiger

Linux kann für frischgebackene Windows-Umsteiger sehr überraschend sein. Daher ein Extra-Lehrgang für sie.

- Sie können diesen Abschnitt überspringen -

Ständig benutzte Linux-Kommandos

Diese Seite ist bereits sehr voll, bitte hier weiterlesen!



Qualitätsbericht
Qualität aus dem Englischen aktualisiert
Überprüfung
Priorität mittel
Probleme
Verbesserungsvorschläge tux hat seit SliTaz-Version ?.? das Kennwort tux



 
de/guides/newbie.txt · Last modified: 2017/10/16 18:58 by hgt