SliTaz GNU/Linux official and community documentation wiki.
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Installation auf Platte

Überblick

Dieses Dokument gibt Hinweise und Anleitungen, die notwendig sind, um SliTaz auf Platte zu installieren. Dies sollte etwa 10 Minuten dauern. SliTaz „core LiveCD“ braucht entpackt 80MB, daher empfehlen wir mindestens 120MB freien Speicherplatz auf der Platte, damit auch noch einige zusätzliche Pakete installiert werden können. Wenn die „LiveCD“ auf Ihrem Rechner läuft, sollte es möglich sein, SliTaz auf Platte zu installieren. Sie können auch eine andere, alternative Installationsmethode wählen: einfach oder ungewöhnlich.

SliTaz-Installationsprozedur

SliTaz stellt eine einfache Installationsprozedur zur Verfügung, die aus dem Tazpanel-Menü gestartet werden kann. Es folgen einige ergänzende Hinweise zur Anwendung dieser Prozedur.

Art der Installation

Zunächst kann die Art der Installation ausgewählt werden: Neuinstallation („new install“) oder Aktualisierung („system upgrade“). In den meisten Fällen ist eine neue, frische Installation erwünscht. Nach Bestätigung der Auswahl wird das optische Laufwerk eingehängt und darauf nach dem komprimierten Dateisystem rootfs.gz gesucht. Wird dieses nicht gefunden, wird die Installation abgebrochen.

In diesem Fall sollten Sie prüfen, ob das angesprochene optische Laufwerk wirklich einen SliTaz-Datenträger enthält. Besteht das Problem fort, können Sie auch ein ISO-Abbild transferieren und auf /media/cdrom einhängen, wo die Installationsprozedur es erwartet:

 # mount -o loop slitaz-3.0.iso /media/cdrom 

Installationsquelle

Hier können Sie das Medium auswählen, von dem SliTaz installiert werden soll: Entweder von optischem Datenträger („LiveCD“), USB-Speichermedium („LiveUSB“), einem ISO-Abbild auf Platte oder direkt über das Netzwerk.

Installationsziel

Als nächstes werden die Partitionen festgelegt, in die installiert werden soll. Die Installationsprozedur nimmt keine Partitionierung vor, es können nur vorab eingerichtete Partitionen verwendet werden. Zum Einrichten von Partitionen stehen GParted (im Grafikmodus) oder das Kommando fdisk zur Verfügung.

Wenn SliTaz auf der zweiten Partition der ersten Platte, bezeichnet als hda, installiert werden soll, ist

 /dev/hda2 

einzugeben.

Formatierung

In diesem Schritt kann die Zielpartition formatiert werden. Ext3 ist ein bewährtes und ausgereiftes protokollierendes Dateisystem. Wenn die Partition schon formatiert war, kann dieser Schritt übersprungen werden, wenn nicht, einfach bestätigen.

Das Formatieren einer Partition löscht unwiderruflich alle darauf enthaltenen Daten. Vergewissern Sie sich, daß Sie die richtige Partition ausgewählt haben, denn dieser Schritt kann nicht rückgängig gemacht werden.

Partition für das Verzeichnis /home

Ebenso kann eine eigene Partition für das Verzeichnis /home angelegt und formatiert werden.

Rechnername

In diesem Schritt kann der Name des Rechners festgelegt werden. Der Rechnername wird intern verwendet und um den Rechner in einem Netzwerk zu identifizieren. Dieser kann auch nach der Installation noch geändert werden. Er darf nicht länger als 64 Zeichen sein und darf nur aus Buchstaben, Zahlen und Bindestrichen bestehen.

Administratorkennwort

Hier kann das Kennwort des Administrators (mit dem Benutzernamen root) festgelegt werden.

Benutzerkennung

Hier können ein Benutzername und ein Kennwort für einen weiteren Benutzer festgelegt werden.

Urlader (GRUB)

In diesem Schritt kann der Urlader GRUB installiert werden. Ist in einer anderen Partition Windows installiert, wird GRUB automatisch so konfiguriert, dass Windows alternativ zu SliTaz gestartet werden kann. GRUB ist in der Lage, fast jede Art von Betriebssystem zu laden und kann durch Bearbeiten einer Textdatei konfiguriert werden; die Änderungen an dieser Datei wirken sofort ohne die Eingabe weiterer Befehle.

Ist GRUB bereits in einer anderen Partition installiert und soll dieser weiter verwendet werden, so überspringen Sie diesen Schritt und fügen Sie die erforderlichen Anweisungen der dort bestehenden GRUB-Konfigurationsdatei menu.lst hinzu. Für weitere Informationen siehe unten. Die SliTaz-Installationsprozedur legt eine Konfigurationsdatei auf der Zielpartition an, die als Vorlage verwendet werden kann (/mnt/target/boot/grub/menu.lst).

Abschluss der Installation

Wenn die Installationsprozedur fertig ist, haben Sie die Möglichkeit, sie zu beenden oder einen Neustart mit dem neu installierten SliTaz-GNU/Linux-Betriebssystems durchzuführen. Der erste Start erfolgt wie von „LiveCD“: Sie werden nach Optionen gefragt. Bei weiteren Neustarts wird nicht mehr nach Konfigurationsdetails gefragt. Weiterhin können aber all diese Werte von Hand oder mit den entsprechenden Programmen wie tazlocale oder tazx geändert werden.

manuelle Installation

SliTaz kann auch manuell durch Eingabe einer Folge von Kommandos installiert werden. Als Installationsquelle kann ein optischer Datenträger oder ein ISO-Abbild verwendet werden. Die folgenden Befehle können von Ihrem Webbrowser in das Terminal kopiert werden.

Zuerst muss eine Partition als Installationsziel vorbereitet und eingehängt werden. Mit den folgenden Kommandos wird die zweite Partition auf der ersten Platte (/dev/hda2) eingehängt:

 # mkdir /mnt/target
 # mount /dev/hda2 /mnt/target

optischen Datenträger oder ISO-Abbild einhängen

Datenträger in einem optischen Laufwerk einhängen…

 # mount /dev/cdrom /media/cdrom 

…oder, falls ein ISO-Abbild auf Platte verwendet werden soll:

 # mount -o loop slitaz-3.0.iso /media/cdrom 

Entpacken und Installieren

Nach diesen Vorbereitungen können die Dateien von der Installationsquelle auf das Installationsziel kopiert und dort das komprimierte Dateisystem (rootfs.gz) entpackt werden.

  • Erstellen des Verzeichnisses boot und Installation des Linux-Kerns:
 # mkdir /mnt/target/boot
 # cp -a /media/cdrom/boot/vmlinuz-* /mnt/target/boot
  • Kopieren des komprimierten Dateisystems rootfs.gz:
 # cp /media/cdrom/boot/rootfs.gz /mnt/target 

Seit Version 4.0 von SliTaz sind mehrere Archive zu kopieren:

 # cp /media/cdrom/boot/rootfs* /mnt/target 

Wenn SliTaz nur mit Textmodus installiert werden soll, genügt es, rootfs4.gz zu kopieren.

  • Nun sind die notwendigen Dateien vorhanden. Stellen Sie jetzt das Zielverzeichnis als aktuelles Verzeichnis ein und entpacken Sie dort mit den Programmen lzma und cpio das Dateisystem:
 # cd /mnt/target
 # unlzma < rootfs.gz | cpio -id 
 # rm rootfs.gz init

Seit Version 4.0 von SliTaz sind mehrere Archive zu entpacken:

 # cd /mnt/target
 # unlzma < rootfs4.gz | cpio -id 
 # unlzma < rootfs3.gz | cpio -id 
 # unlzma < rootfs2.gz | cpio -id 
 # unlzma < rootfs1.gz | cpio -id 
 # rm rootfs* init
 

Da die komprimierten Archive nicht mehr benötigt werden, werden sie (mit rm) gelöscht.

Das war's; SliTaz ist nun installiert! Vor dem ersten Laden Ihres neuen SliTaz-GNU/Linux-Betriebssystems ist zu prüfen, ob bereits ein Urlader (GRUB oder Lilo) installiert ist. Wenn ja, ist die entsprechende Konfigurationsdatei mit den Anweisungen zu ergänzen, die notwendig sind, um SliTaz zu laden (siehe unten).

GRUB als Urlader

GRUB ist ein äußerst vielseitiger Urlader, der fast jedes Betriebssystem laden kann, einschließlich Linux, *BSD und Windows. GRUB verwendet eine einzige Konfigurationsdatei namens menu.lst.

Wenn Sie die SliTaz-Installationsprozedur verwendet und damit auch GRUB installiert haben, ist GRUB bereits konfiguriert. Das neu installierte SliTaz kann sofort geladen werden.

Andernfalls können Sie mit dem folgenden Kommando GRUB in den MBR („Master Boot Record“) des Installationsziels (die eingehängte Partition) auf der Platte namens hda installieren:

 # grub-install --root-directory=/mnt/target /dev/hda 

Beachten Sie, dass die Partitionsnummer nicht angegeben wird!

Jetzt muss noch eine Konfigurationsdatei für GRUB angelegt werden, die Anweisungen zum Laden von SliTaz enthält. Die Datei menu.lst kann mit einem Editor Ihrer Wahl (z.B. Nano oder Leafpad) bearbeitet werden:

 # leafpad /mnt/target/boot/grub/menu.lst 

Beispiel für /boot/grub/menu.lst

title  SliTaz GNU/Linux 3.0 (Kernel 2.6.34-slitaz)
       root (hd0,0)
       kernel /boot/vmlinuz-2.6.34-slitaz root=/dev/hda1 vga=normal

Überprüfen Sie noch einmal, ob alle Dateien am richtigen Ort vorhanden sind. Mit dem Kommando reboot kann das System neu geladen werden:

 # reboot

Im GRUB-Menü sollte dann ein Eintrag für SliTaz stehen.

Installation neben Windows

Im SliTaz-Forum wurde häufig gefragt, wie man SliTaz neben einem bestehenden Windows installieren und beide alternativ nutzen kann. Damit GRUB Windows laden kann, sind lediglich die folgenden Anweisungen in der Datei /boot/grub/menu.lst hinzuzufügen:

title   Microsoft Windows
        rootnoverify (hd0,0)
        chainloader +1

wenn sich das installierte Windows auf der ersten Platte (hd0), in der ersten Partition (mit Nummer 0!) befindet. Wurde Windows in der Partition 2 installiert, wäre

rootnoverify (hd0,1)

einzugeben.

Die meisten Betriebssysteme sind entweder mit einem speziellen Urlader installiert (im Falle von Windows und *BSD) oder können direkt von GRUB aus geladen werden.

Installation von SliTaz auf einem USB-Speichermedium

Wenn SliTaz auf einem USB-Speichermedium installiert werden soll, braucht der Linux-Kern etwas mehr Zeit um es dort zu entdecken.

Dazu kann in menu.lst in der Anweisung kernel die Option rootdelay mit einer Zeitangabe eingefügt werden:

title  SliTaz GNU/Linux 3.0 (Kernel 2.6.34-slitaz)
       root (hd0,0)
       kernel /boot/vmlinuz-2.6.34-slitaz root=/dev/sda1 vga=normal rootdelay=10

Gemeinsam mit einem anderen System in einer Partition

Es ist nicht immer notwendig, eine eigene Partition für SliTaz einzurichten. SLiTaz kann auch in der Partition eines anderen Betriebssystems auf einem virtuellen Gerät oder in einem Unterverzeichnis installiert werden.